Naturheilkunde – nur Placebo?

 
In den letzten dreißig Jahren kommt alternative Medizin immer mehr in Mode. Viele Patienten suchen neben der klassischen Schulmedizin mit ihren nicht immer unumstrittenen Methoden naturheilkundliche Möglichkeiten. Sie wenden sich ab von der Apparatemedizin, hin zu tibetischer Drecksapotheke, chinesischer Medizin oder Behandlungen nach Schüßler oder Hildegard von Bingen.

Ein zweiter Markt ist entstanden und auch die Pharma Lobby verdient daran inzwischen kräftig mit. Hochpotenzierte Kügelchen, Kräutertees und Tinkturen sind inzwischen nicht mehr so verpönt wie in den Anfängen der alternativen Bewegungen. Denn auch eine neue Generation der Schulmediziner besinnt sich immer mehr auf althergebrachte Erfahrungen und Weisheiten.

Insbesondere in der Behandlung von Krebspatienten wird die Naturheilkunde ein immer wichtigerer Faktor. Kräuteressenzen lindern beispielsweise erwiesenermaßen die Nebenwirkungen von Chemotherapie oder Bestrahlungen.
Auch in der Frauenheilkunde greift der Gynäkologe immer seltener oder nur noch im Notfall zu Chemie. Gerade bei der Behandlung von Beschwerden während des Klimakteriums verzichtet er oft auf chemisch hergestellte Arzneien und verschreibt Präparate wie Traubensilberkerze oder Mönchspfeffer.
In Zeiten immer weiter um sich greifender und Besorgnis erregender Antibiotika-Resistenzen hat auch der Allgemeinmediziner erkannt, dass nicht jeder Schnupfen und nicht jede simple Erkältung mit dem Holzhammer behandelt werden muss.

Es ist die vernünftige und verantwortungsvolle Abwägung der Mittel, die heutzutage eine gute Behandlung ausmacht.

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